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Ja-aber-Typen

Viele glauben, Ja-aber-Menschen seien Bremser. Tatsächlich sind sie oft die stillen Risikomanager im Team. Wenn du verstehst, wie du sie richtig einsetzt, gewinnst du strategische Sparringspartner statt Widerstand.

Passende Rollen

Ja-aber-Typen sind oft die unsichtbaren Sicherheitsnetze in Organisationen. Sie verhindern Fehlentscheidungen, schützen Ressourcen und sorgen dafür, dass Projekte nicht an naivem Optimismus scheitern. In der richtigen Rolle werden sie zu strategischen Sparringspartnern.

Typische Stärke Beschreibung Passende Rollen / Jobs
Risiken früh erkennen Sie sehen sofort, wo etwas schiefgehen könnte. Compliance, interne Revision, Risikomanagement, Datenschutz, Arbeitssicherheit
Detailgenau & kritisch Hinterfragen Annahmen, prüfen Fakten, entdecken Fehler. Qualitätssicherung, Softwaretesting, Lektorat, technische Dokumentation
Realismus & Bodenhaftung Bremsen überoptimistische Ideen, sorgen für Machbarkeit. Projektmanagement, PMO, Prozessmanagement, Produktmanagement
Strukturiertes Denken Zerlegen komplexe Themen, finden logische Schwachstellen. Business-Analyse, Organisationsentwicklung, Research, Consulting
Regeltreue & Genauigkeit Achten auf Vorgaben, Standards, Compliance. Vertragsprüfung, juristische Assistenz, Audit, Zertifizierungsstellen
Worst-Case-Szenarien antizipieren Denken in „Was wäre, wenn…“-Mustern. Krisenmanagement, Incident Response, IT-Security, Notfallplanung
Skepsis als Qualitätsfilter Sie lassen sich nicht blenden und prüfen alles doppelt. Einkauf (Lieferantenbewertung), Controlling, Due Diligence
Unabhängiges Denken Lassen sich nicht von Gruppendynamiken mitreißen. Ombudsstelle, interne Beschwerdestellen, Moderation kritischer Workshops

 

Warum eine "ja-aber" Haltung wertvoll sein kann

  • Sie schützt Unternehmen vor Fehlern, Kosten und Imageschäden.
  • Sie sorgt für realistische Entscheidungen.
  • Sie bringt Perspektiven ein, die euphorische Teams oft übersehen.
  • Sie schafft Robustheit in Prozessen und Strategien.

Trotz all ihrer Stärken können Ja-aber‑Typen in kreativen Umgebungen schnell zur Herausforderung werden. Kreative brauchen zunächst Raum, um Ideen unfertig, mutig und ohne innere Zensur zu entwickeln. Wenn die kritische Stimme zu früh auftritt, entsteht Frust statt Flow. Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur den Wert dieser Haltung zu erkennen, sondern auch Wege zu finden, wie sie konstruktiv eingesetzt werden kann.

Wie Ja-aber-Typen konstruktiver werden

1. Vom Blockieren zum Ergänzen: Sprachmuster ändern

Der größte Hebel ist sprachlich – und erstaunlich einfach.

Statt:                    „Ja, aber das funktioniert so nicht.“

Besser:                „Ja, und damit es funktioniert, sollten wir X beachten.“             

„Ja, ich sehe den Vorteil. Gleichzeitig wäre wichtig, Y mitzudenken.“

Das kleine Wort „und“ öffnet Räume, während „aber“ sie schließt.

2. Intention klären: Was will ich eigentlich beitragen?

Viele Ja-aber-Menschen wollen schützen, warnen, verbessern. Wenn sie das bewusst benennen, wirkt es sofort konstruktiver:

  • „Ich möchte kurz auf einen möglichen Stolperstein hinweisen, damit wir später keine Überraschungen haben.“
  • „Mein Ziel ist, dass wir eine robuste Lösung finden.“

Das schafft Vertrauen und entgiftet die Kritik.

3. Kritik in Form von Fragen statt Urteilen

 Fragen wirken weniger konfrontativ und öffnen den Dialog.

  • „Wie stellen wir sicher, dass…?“
  • „Was wäre unser Plan, falls…?“
  • „Welche Alternativen hätten wir, wenn…?“

Das aktiviert das Team statt es auszubremsen.

4. Zuerst das Positive benennen

Ein klassisches Kommunikationsprinzip: Erst würdigen, dann ergänzen.

  • „Die Idee hat viel Potenzial, besonders im Bereich X.“
  • „Damit sie noch stabiler wird, könnten wir Y prüfen.“

Das wirkt wie ein Türöffner.

5. Lösungsorientierte Kritik trainieren

Eine einfache Übung, die du auch in Trainings einsetzen kannst:

Regel:

Jede Kritik muss mindestens eine Alternative oder einen Verbesserungsvorschlag enthalten.

Beispiel:

„Das ist riskant“ → „Das ist riskant, und wir könnten das Risiko reduzieren, indem wir…“

6. Timing und Dosierung bewusst steuern

Ja-aber-Typen sehen Risiken sofort – andere brauchen manchmal erst Orientierung.

Hilfreich ist:

  • erst zuhören
  • dann fragen
  • dann ergänzen
  • erst später warnen

So entsteht kein „Dauerfeuer“ an Einwänden.

7. Rolle bewusst einnehmen: Der konstruktive Challenger

Wenn Ja-aber-Menschen ihre Rolle als Sparringspartner statt als Bremser verstehen, verändert sich ihr Auftreten automatisch.

Ein hilfreicher Satz:

„Ich bin nicht gegen die Idee – ich bin für eine stabile Umsetzung.“

Mini-Checkliste für den Alltag

  • Erst würdigen
  • Dann ergänzen
  • Fragen statt urteilen
  • „Und“ statt „aber“
  • Immer eine Alternative anbieten
  • Intention transparent machen

Gefallen dir die Anregungen? Brauchst du Unterstützung dabei ein konstruktiver Challenger zu werden? Ich unterstütze dich gerne bei der Reflexion und Übung. 

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Heike Schweitzer

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