Gewaltfreie Kommunikation
Wie du mit vier einfachen Schritten Gespräche entschärfst, Missverständnisse vermeidest und selbst in schwierigen Situationen professionell bleibst – ohne Giraffen, ohne Drama, dafür mit echter Wirkung.
GFK im Berufsalltag: Klar, respektvoll und lösungsorientiert.
Die Gewaltfreie Kommunikation wird oft mit Bildern, Metaphern oder emotionalen Appellen verbunden. Doch im beruflichen Kontext funktioniert sie am besten, wenn sie klar, sachlich und ergebnisorientiert angewendet wird. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du die vier Schritte der GFK so nutzt, dass sie Führung, Zusammenarbeit und Konfliktlösung spürbar erleichtern – kompakt, praxistauglich und ohne unnötige Ausschmückungen.
Kurze Übersicht: Die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation
| Schritt | Bedeutung | Ziel |
|---|---|---|
| 1. Wahrnehmung | Objektiv beschreiben | Fakten statt Bewertungen |
| 2. Gefühl | Selbstbezogen ausdrücken | Reaktion zeigen, ohne Vorwurf |
| 3. Bedürfnis | Eigenes Anliegen klären | Orientierung geben |
| 4. Bitte | Konkrete Handlung vorschlagen | Lösungsorientiert weiterkommen |
Gewaltfreie Kommunikation im Berufsalltag – klar, respektvoll, wirksam
Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) wurde von Marshall B. Rosenberg entwickelt und basiert auf der humanistischen Gesprächsführung nach Carl Rogers. Ihr Ziel: Missverständnisse reduzieren, Konflikte entschärfen und echte Kooperation ermöglichen.
Die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation
– ein Beispiel von Anfang bis Ende
Um die Methode nachvollziehbar zu machen, nutzen ich ein einziges Beispiel, das sich durch alle vier Schritte zieht:
Ausgangssituation: Eine Kollegin oder ein Kollege kommt wiederholt unvorbereitet in Meetings, was die Zusammenarbeit erschwert.
1. Wahrnehmung – objektiv statt interpretieren
„In den letzten drei Meetings hast du ohne Unterlagen oder Notizen teilgenommen.“
- Nur Fakten. Keine Bewertung. Keine Interpretation.
2. Gefühl – selbstbezogen, ohne Vorwurf
„Das fühlt sich für mich nicht gut an, weil ich mich dadurch weniger gut abstimmen kann.“
- Selbstbezogen, neutral, nicht interpretierend.
- Kein versteckter Vorwurf.
3. Bedürfnis – Klarheit über das eigene Anliegen
„Mir ist wichtig, meine Zeit effizient zu nutzen und Entscheidungen gut vorbereiten zu können.“
- Du bleibst bei dir.
- Keine Unterstellung, was dem Gegenüber wichtig sein sollte.
4. Bitte – lösungsorientiert und machbar
„Könntest du für die nächsten Meetings deine wichtigsten Punkte vorab notieren, damit wir im Gespräch strukturierter arbeiten können?“
- „Könntest du…“ ist kooperativ und neutral.
- Die Bitte ist konkret und realistisch.
- Der Nutzen ist klar: strukturierter Austausch im Meeting.
- Die Entscheidung bleibt beim Gegenüber.
Typische Stolperfallen – und wie du sie vermeidest
Χ Gefühl = Vorwurf
„Ich fühle mich übergangen.“ → impliziert: „Du übergehst mich.“
⇒ Besser: „Das irritiert mich.“
Χ Bedürfnis = Forderung
„Ich brauche, dass du das sofort erledigst.“
⇒ Besser: „Ich brauche Klarheit über die Priorität.“
Χ Bitte = Anweisung
„Du solltest das anders machen.“
⇒ Besser: „Kannst du mir sagen, wie du es geplant hast?“
GFK im beruflichen Kontext – was wirklich funktioniert
- Führungskräfte nutzen GFK, um Feedback klarer und respektvoller zu formulieren.
- Teams nutzen sie, um Missverständnisse schneller aufzulösen.
- Mitarbeitende nutzen sie, um eigene Anliegen professionell zu vertreten, ohne konfrontativ zu wirken.
GFK ist kein „Soft-Skill-Spielzeug“, sondern ein strukturiertes Kommunikationsmodell, das Entscheidungen, Zusammenarbeit und Konfliktlösung erleichtert.
Grenzen der Methode
GFK funktioniert nicht, wenn:
- jemand beleidigt, anschreit oder bedroht
- Machtmissbrauch oder Grenzverletzung stattfindet
- keine Gesprächsbereitschaft vorhanden ist
Hier braucht es klare Grenzen, nicht Empathie.
Beispiel: „Ich spreche gerne mit Ihnen über Ihr Anliegen. In diesem Ton jedoch nicht.“
Fazit
Gewaltfreie Kommunikation ist kein emotionales Konzept, sondern ein präzises Werkzeug, das Gespräche strukturiert, Konflikte entschärft und Zusammenarbeit stärkt. Mit den vier Schritten – Wahrnehmung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte – entsteht Klarheit, ohne Härte. Respekt, ohne Unterwürfigkeit. Ergebnisorientierung, ohne Druck.
Hier geht’s zum Artikel über die Einwandbehandlung, der perfekt dazu passt.
Ich unterstütze dich in deiner Rolle als Führungskraft gerne bei der Reflexion und Übung, oder dich als Bewerber und zukünftige Führungskraft zur Vorbereitung auf Rollenspielen in den Vorstellungsgesprächen.
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Heike Schweitzer